24.09.2018 15:53 Alter: 24 days

Bronzemedaille für Elisa Hämmerle beim Kunstturn-Weltcup in Szombathely


Elisa Hämmerle (hier bei der ÖM 2018 in Wolfurt) hat am Stufenbarren und Balken wieder an ihr Können vor der Verletzung angeschlossen.

Staatsmeisterin Elisa Hämmerle sorgte beim Kunstturn-Weltcup in Szombathely (Ungarn) für die herausragenden österreichischen Ergebnisse: Die 22-jährige Lustenauerin trat an zwei Geräten an. Sie qualifizierte sich an beiden für die Top-8-Entscheidungen. Am Schwebebalken gewann sie schließlich die Bronzemedaille, am Stufenbarren gelang ihr der vierte Rang. [Facebook-Video] der Bronze-Balkenkür.

Ungarn-Bronze 2018 ist die vierte Weltcup-Medaille in Elisa Hämmerles Karriere. Allerdings die erste nach ihrem Achillessehnenriss bei der dadurch verpassten Olympia-Qualifikation 2016. Erst vor einem Jahr hatte die mittlerweile in Innsbruck lebende Hämmerle ihr Comeback gestartet. Jetzt hat sie wieder an ihr früheres Niveau angeschlossen.

„Es ist ein super Gefühl, nach so langer Zeit wieder auf einem Weltcup-Podium zu stehen“, strahlte Hämmerle nach der Siegerehrung: „Ich freue mich riesig und dieser dritte Platz gibt mir wieder sehr viel Motivation!“ ÖFT-Sportdirektorin Eva Pöttschacher: „Im Hinblick auf die WM in einem Monat in Katar ist Elisa auf dem richtigen Weg.“

Am Stufenbarren war Hämmerle als Sechste der Qualifikation in die Entscheidung am Samstag gegangen, steigerte sich mit einer exzellent gelungenen Finalkür auf den vierten Rang. Am Sonntag gelang ihr schließlich vom zweiten Vorkampfrang aus der Sprung auf das Schwebebalken-Podium hinter Ungarns Ex-Europameisterin Zsofia Kovacs und der Spanierin Cintia Rodriguez.

Ringe-Spezialist Vinzenz Höck kämpfte zuletzt mit Schulterproblemen, riskierte deshalb in der Qualifikation nicht alles – und verpatzte trotzdem den Abgang. Dass er es damit bis in die Entscheidung schaffte, zeugt von seiner Klasse. „Im Finale haben sich mein Trainer und ich für volles Risiko entschieden. Ich zeigte meine schwierigste Kür und der Plan ging fast auf“, berichtet der 22-jährige Grazer: „Doch dann brachte ich den Abgang nicht auf die Füße, musste auf die Matte greifen. Aber ich sehe, dass die Formkurve Richtung WM stimmt.“

Jasmin Mader überstand im Feld aus fünf Kontinenten als Achte am Stufenbarren die Qualifikation ebenfalls. Danach verletzte sich die 25-jährige Innsbruckerin im Sprungvorkampf am Mittelfuß – und musste auf das Finale verzichten: „Ich hoffe, dass mein WM-Start nicht gefährdet ist.“ Wiens Bianca Frysak steuerte einen 22. Rang am Boden und einen 24. am Schwebebalken zur ÖFT-Frauenbilanz in Szombathely bei.

Fabio Sereinig beeindruckte bei seinem Weltcup-Debüt am Pauschenpferd auf Platz 16. Am Boden gelang dem Wolfurter der 22., am Barren der 23. und am Reck der 24. Rang. Sein Vorarlberger Landsmann Matthias Schwab vergab seine Reckfinalchance auf Platz 19 durch einen Sturz. Der Innsbrucker Johannes Mairoser blieb als 24. am Pauschenpferd unter seinen Möglichkeiten.

 

ÖFT, 1. Oktober 2018:

Elisa Hämmerle: Wieder Top 10 im Weltcup!

Eine Woche nach Szombathely (Ungarn) fand am 29./30. September 2018 in der riesigen und 2x mit knapp 15.000 Zusehern nahezu ausverkauften Arena von Paris-Bercy schon der nächste Kunstturn-Weltcup statt.

Erneut gelang Elisa Hämmerle die beste österreichische Platzierung: Mit Rang 10 am Schwebebalken verfehlte sie nach ihrer Bronzemedaille in der Woche zuvor nun aber hauchdünn – um einen Zehntelpunkt – das Gerätefinale: „Ich bin ohne Sturz durchgekommen. Trotzdem ärgere ich mich mehr, als ich mich freue. Denn ich kann meine Übung auf jeden Fall besser!“

Am Stufenbarren erreichte Hämmerle – ebenfalls mit einer durchgeturnten Kür, allerdings Unsauberkeiten – diesmal den 15. Platz. Sie war und ist sich mit den anderen ÖFT-Teilnehmer/innen einig: „Paris ist mit Abstand der tollste und aufregendste Weltcup. Gänsehaut pur! Und so wie letztes Jahr war auch heuer das Niveau wieder sehr hoch!“

Pech mit unfairen Bedingungen für Vinzenz Höck.

Der zweite österreichische Paris-Gerätefinal-Kandidat laut Papierform wäre Vinzenz Höck an den Ringen gewesen. Doch bei ihm lief dieser Wettkampf mit viel Pech ordentlich schief: „Ich bin sowohl zornig, als auch enttäuscht, denn der Paris-Weltcup war für heuer eines meiner großen Ziele. Doch ich hatte meiner Ansicht nach keine fairen Bedingungen. Ich wurde zu spät in die Halle gerufen und bekam sofort das grüne Licht, das anzeigt, das man noch höchstens 30 Sekunden bis zum Kürbeginn Zeit hat.“

„Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch meine Trainingsjacke an und die Riemchen noch lose in den Händen“, erläutert Höck sein Dilemma: „Dann ist alles sehr schnell gegangen und ich schaffte es noch irgendwie rechtzeitig auf die Ringe, hatte aber weder Zeit mich zu konzentrieren, noch meine Leder zu richten. Dementsprechend war meine Übung: Die Kraftteile gelangen gut, aber beim Schwingen hatte ich schlechten Griff und somit kein Selbstvertrauen. In einer der Riesenfelgen passierte ein Riesenfehler und beim Abgang bin ich gestürzt. Das ist umso ärgerlicher, als das Finale hier durchaus möglich gewesen wäre.“

Insgesamt sechs Österreicher/innen im Einsatz.

Fast ein kleines Wunder, dass Höck damit auf Platz 20 noch 13.100 Punkte und ex aequo die höchste österreichische Wertung beim Paris-Weltcup 2018 erhalten hat. Die anderen 13.100 gingen an Matthias Schwab (SG Götzis) auf Platz 15 am Reck: „Ich bin mit meiner Übung zufrieden.“ Die Bodenkür hingegen misslang Schwab auf Position 31 („ein dummer Fehler“).

Lukas Kranzlmüller kam an vier Geräten zum Einsatz und erreichte die Plätze 25 (Barren), 28 (Ringe), 32 (Boden) und 33 (Reck): „Grundsätzlich bin ich zufrieden mit dem Wettkampf, es gab aber noch ein paar Fehler, an denen ich im Training bis zur WM noch arbeiten muss.“

Bianca Frysak trat 3x an und steht mit den Rängen 17 (Stufenbarren), 23 (Boden) und 26 (Balken) in den Ergebnislisten: „Der Stufenbarren war okay, am Boden und Balken sind mir leider dieselben Fehler wie schon eine Woche zuvor in Szombathely passiert.“ Daniel Kopeinik konnte als 29. am Pauschenpferd „nicht an meine Trainingsleistungen anknüpfen.“

Sportdirektor Leimlehner: "Paris war alles andere als optimal für uns."

ÖFT-Turner-Sportdirektor Fabian Leimlehner resümierte am Ende kritisch: „Aus meiner Sicht ist Paris alles andere als optimal für uns gelaufen. Es schlichen sich zu viele Unsicherheiten ein. Einzig Lukas Kranzlmüller hat sich in einer gesteigerten Verfassung gezeigt. Doch für die WM stecke ich natürlich nach wie vor sehr viel Hoffnung in Vinzenz Höcks Ringekür!“