12.11.2018 16:00 Alter: 34 days

Drei Gold- und drei Bronzemedaillen für die VTS Turnerinnen


Das Podium mit den siegreichen VTS-Turnerinnen der Jugend 2.

Österreich größte Kunstturnerinnen-Zukunftshoffnungen bestritten am 10./11. November 2018 in Innsbruck ihren Saisonhöhepunkt: Die ÖFT-Jugendmeisterschaft versammelte 77 Toptalente aus allen neun Bundesländern. In drei Altersklassen ging es um die Einzel- wie Teamtitel. Die Klassensiege sicherten sich Miriam Bernhard (U15, Linz), Leni Bohle (U14, Hohenems) und Rosa Schwaninger (U12, Innsbruck).

Die Teamtitel gingen an Vorarlberg und Tirol, die Medaillen verteilten sich auf fünf Bundesländer. Das im österreichischen Kunstturn-Nachwuchs traditionell dominante Vorarlberg lag mit dreimal Gold und dreimal Bronze diesmal nur knapp vor den Gastgeberinnen: Tirols Lokalmatadorinnen sicherten sich mit zweimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze sogar die meisten Podestplätze.

Die im Sportzentrum Hötting-West äußerst liebevoll und effizient organsierte Österreichische Jugendmeisterschaft bot eineinhalb Tage lang ein äußerst vitales Bild der Mädchen-Kunstturn-Nachwuchsszene. Mehrere herausragende Ausnahmebegabungen besitzen das Potenzial für zukünftige internationale Spitzenklasse. Sie sind auf dem besten Weg ins Nationalteam – auch wenn der Weg dorthin natürlich noch weit ist. (Text: Aussendung des ÖFT)

Podestplätze der 47. Österreichischen Kunstturnerinnen-Jugendmeisterschaft in Innsbruck 2018:

• Jugend 1 (U15) Einzel: 1. Miriam Bernhard (Sportunion Linz-Stadt), 2. Charlize Mörz (ASKÖ Kunstturnen Mattersburg), 3. Christina Wegscheider (TS Wolfurt).

• Jugend 2 (U14) Einzel: 1. Leni Bohle (TS Hohenems), 2. Berta Schwaninger (Innsbrucker Turnverein), 3. Jaqueline Kostelac (TSZ Dornbirn).

• Jugend 3 (U12) Einzel: 1. Rosa Schwaninger (Innsbrucker Turnverein), 2. Josefine E. Micheler (Turnverein Wattens), 3. Annalisa Alessia Furegato (Innsbrucker Turnverein).

• Jugend 1 (U15) Team: 1. Vorarlberg, 2. Wien, 3. Tirol.

• Jugend 2 (U14) Team: 1. Vorarlberg, 2. Tirol, 3. Oberösterreich.

• Jugend 3 (U12) Team: 1. Tirol, 2. Tirol II, 3. Vorarlberg.

Zum Download der Ergebnisse

 

Analyse von Fachwart Thomas Bachmann zur ÖM

Wirft man einen genauen Blick auf die Ergebnisse der diesjährigen Jugendmeisterschaften der Turnerinnen, so stellt man zunächst fest, dass der weibliche Kunstturn-Nachwuchs sehr stark in westösterreichischer Hand ist.

So gingen in den drei Teambewerben gerade mal zwei von neun Medaillen (Silber in der Jugend 1 und Bronze in der Jugend 2) nicht an Teams aus Vorarlberg und Tirol. Das gleiche Bild ergibt sich in den Einzelbewerben: Die Jugend 3-Klasse wurde von Tirol beherrscht, in der Jugend 2 dominierte die VTS, in der Jugend 1 gab’s zumindest noch Teilerfolge für Oberösterreich und das Burgenland. So erfreulich die tollen Leistungen der westösterreichischen Turnerinnen auch sind, so täuschen die Ergebnisse leider auch ein wenig über die kaum bis nicht vorhandene Konkurrenz aus „Restösterreich“ hinweg.

Die Analyse im Detail: In der Jugend 3 hat Gastgeber Tirol, der übrigens für einen reibungslosen Ablauf der Titelkämpfe mit perfekter Organisation sorgte, hoch gepokert – und auf der ganzen Linie gewonnen. So wurden gleich zwei Teams gemeldet, die aufgrund einer geschickten Mannschaftsaufstellung einen Doppelsieg erturnten. Für das VTS-Team wäre Rang zwei durchaus in Reichweite gelegen, aufgrund einer vergleichsweise schwachen Vorstellung am Stufenbarren musste die junge Ländle-Mannschaft diesmal mit der Bronzemedaille vorlieb nehmen.

In der Einzelwertung schrammte Aurea Wutschka um gerade mal 0,367 Punkte an einem Stockerlplatz vorbei. Während sie am Boden und Sprung noch voll auf Medaillenkurs lag, brachten sie Unsicherheiten am Stufenbarren und Schwebebalken um den erhofften Top 3-Rang. Die weiteren Platzierungen der VTS-Mädels: Platz 15 (Amina Amann), Platz 17 (Pia König), Platz 22 (Larissa Gschliesser), Platz 36 (Elisa Monehar) und Platz 37 (Malea Scheffknecht).

In der Jugend 2 war die Dominanz der VTS-Auswahl von Anfang an augenscheinlich: Jede Gerätewertung ging an das Ländle-Quartett, das die Teamwertung mit beinahe 13 Punkten Vorsprung für sich entscheiden konnte. Im Einzelklassement lieferte Leni Bohle eine Galavorstellung ab: So konnte sie alle vier Geräte – großteils mit deutlichem Vorsprung - für sich entscheiden. Am Ende lag sie mehr als drei Punkte vor ihren unmittelbaren Konkurrentinnen, die noch dazu jeweils ein Jahr älter sind als das Turntalent der TS Hohenems.

Aber auch die weiteren Starterinnen der VTS konnten sich bestens in Szene setzen: Für Jaqueline Kostelac gab’s nach einem äußerst spannenden Wettkampf Platz drei zu feiern, gerade mal 0,15 Punkte dahinter platzierte sich Annalena Sutter auf Rang vier. Lilia Rief holte sich nach starken Vorstellungen am Boden und Sprung (jeweils Platz vier) den achten Gesamtrang, während Leonie Wallner mit nur einem geturnten Gerät im Mehrkampf zwar chancenlos war, am Stufenbarren mit Platz sechs aber zumindest einen Achtungserfolg für sich verbuchen konnte.

In der Jugend 1 gab’s nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Ceren Kaya keine klare Favoritin. Nachdem sie bei den Heim-Titelkämpfen Ende Juni noch passen musste, gelang Christina Wegscheider mit Platz drei im Mehrkampf zumindest ein Teilerfolg, zudem zeigte sie am Balken die stärkste Übung im 18-köpfigen Starterfeld. Javza Ochirsukh, die kurzfristig von der Jugend 2 in die Jugend 1 umgemeldet worden war, machte ihre Sache sehr gut und überzeugte mit Platz vier, Linda Chai folgte dicht dahinter auf Platz fünf. Die logische Folge dieser starken Einzelplatzierungen: Ein klarer Erfolg im Teambewerb mit knapp elf Punkten Vorsprung und Siegen an allen Geräten!

 

In Summe brachten die Titelkämpfe, die im kommenden Jahr wieder gemeinsam mit den Turnern stattfinden sollen, einmal mehr den Bundesländersieg im Medaillenspiegel für die VTS, wenn es auch in den Einzelwertungen „nur“ 1 x Gold und 2 x Bronze gab. Man darf jedenfalls schon heute gespannt sein, wie das Duell Vorarlberg – Tirol 2019 enden wird…