16.11.2010 21:38 Alter: 7 yrs

Hallenbau gescheitert


Pläne und Finanzierung für eine schöne Halle in Schlins wären gesichert gewesen.

Die Turnerschaft Schlins ist ein Musterbeispiel für einen großartigen Sportverein im andauernden Aufwärtstrend. Doch am 14. November setzte es einen schweren Dämpfer: Bei einer Volksabstimmung entschied sich die Gemeinde GEGEN den Bau eines regionalen Kunstturn-Zentrums. Die Aufbau- und Spitzenarbeit für den Turnsport, die in Schlins geleistet wird, kann sich mehr als sehen lassen. Die Schlinser waren 2009 Goldmedaillengewinner bei der "Gym For Life World Challenge", sind Welt-GymnaestradaTeilnehmer, Weltklasse im Showdance und haben mehrere Mädchen in den ÖFT-Kunstturn-Kadern.

Die Vorarbeiten für das Schlinser Regionalzentrum, das auch die schon längst überfüllte Trainingshalle in Dornbirn hätte entlasten können, liefen seit Jahren. Auch die Finanzierung wäre gesichert gewesen. Für die TS Schlins war die Hallenfrage eine Existenzfrage: Die bisherige Trainingsstätte im Wiesenbachsaal ermöglichte kein regelmäßiges Training, da der Saal als Merzweckraum ganzjährig für Hochzeiten, Ausstellungen usw. genutzt wird.

Mit nur 29 Stimmen Unterschied (437 für Ja und 466 für Nein) schloss sich die örtliche Bevölkerung jetzt jedoch dem Streben einer Bürgerinitiative von Jürgen Hartmann und Burkhard Mähr sowie der SPÖ mit Udo Rauch gegen das Turnzentrum an. Enttäuschung und Ernüchterung gab es bei Bürgermeister Harald Sonderegger, der sich stets für die den Nachwuchs der TS Schlins eingesetzt hatte: "Das Volk trifft in der Demokratie die Entscheidungen. Ich bin aber der Meinung, dass wir eine große Chance verpasst haben." Der Sprecher der Bürgerinitiative Jürgen Hartmann – ein Anrainer des gekippten Hallenprojektes – meinte, er habe nichts gegen den Turnsport, aber gegen den Standort in Schlins: "Als kritischer Bewohner der Gemeinde war zu befürchten, dass die neue Halle mehr Verkehr bringt." Die Kosten für den Zubau zum bestehenden Mehrzwecksaal waren mit 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Wegen der überörtlichen Bedeutung hätte das Land 60 Prozent an Förderungen beigesteuert. ÖVP und FPÖ waren für den Umbau.

Für die TS Schlins ist die negative Volksabstimmung ein schwerer Dämpfer: "Die Mehrheit der Schlinser Bevölkerung hat gegen die Jugend und den Turnsport gestimmt. Unsere Enttäuschung ist groß - Verlierer dabei sind die Kinder und Jugendlichen." Ob und wie es mit dem Turnsport in Schlins weitergeht, ist offen und wird am 19. November in einer Generalversammlung geklärt. Auch ein umfassendes Ausstiegszenario aus der Vereinsarbeit in Schlins wird in Betracht gezogen.

Von Seiten der Vorarlberger Turnerschaft wird die Entscheidung gegen die neue Turnhalle bedauert. Die TS Schlins zählt zu den stärksten Vereinen des Verbandes und leistet seit Jahren eine vorbildliche Aufbauarbeit. Schade, dass die Jugendförderung des Vereines von der Bevölkerung nicht entsprechend honoriert wurde und es den Gegnern gelungen ist, negative Stimmung gegen ein gemeinnütziges Projekt zu verbreiten.

Am 19. November 2011 beschloss die TS Schlins die Auflösung des Vereins. Der Newseintrag dazu ist hier zu finden.

Teile des Textes (c) ÖFT

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